Archiv der Kategorie 'Musikindustrie'

Bands don’t sue their fans, managers do

Samstag, den 29. April 2006

Langsam scheinen es doch einige kapiert zu haben: P2P User verklagen bringt nix. Das meiste Geld wird heutzutage ja eh mit den Touren gemacht (ein anderes leidiges Kapitalismusproblem).

Und für alle die’s immer noch nicht können: Wie erkennt man einen Piraten.

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Sonntag, den 25. September 2005

So, bevor Dejan wieder mit dem Psychoterror beginnt schreibe ich jetzt freiwillig wieder mal was. Und zwar zu meinem Lieblingsthema: der Musikindustrie.

Die Musikindustrie hats immer noch nicht kapiert. Der iTunes Shop von Apple ist ein riesiger Erfolg und bis auf ein paar Unterschriften mussten die Labels dazu nichts, gar nichts machen und verdienen tun sie, erwiesenermassen, mehr als jemals mit CDs oder Platten. 70 Prozent der Einnahmen kriegen die Labels. Aber hey, da steckt doch sicher noch mehr Geld drin. Einige der Labels wollten deshalb die Preise im iTunes Shop erhöhen. Um läppische 50%. Oder mal experimentieren wie hoch sie gehen können ohne allzuviele Kunden zu verlieren.

Was sie nicht bedacht haben ist die Tatsache, dass ein grosser Teil der Attraktivität des Shops das einheitliche und kundenfreundlich günstige Preismodell ausmacht. Wenn einzelne Songs mehr kosten fangen die Leute wieder an nach der billigsten Quelle zu suchen und landen früher oder später wieder bei den illegalen Tauschbörsen. Das hat Steve Jobs, der grosse Visionär bei Apple, zum Glück auch realisiert und der Musikindustrie verklickert [Keine Preiserhöhung bei iTunes].

Zur Thematik “Geldgierige Musikindustrie” habe ich mich kürzlich auch mit ein paar Leuten aus aller Welt im IRC Netz unterhalten. Hier einige Ausschnitte davon:

  • Viele gaben zu Musik downzuloaden, als Gründe gaben sie an dass ein Grossteil der Musik in keinem Laden in ihrer Nähe auch nur dem Namen nach bekannt wäre und dass sie, als Minderjährige, auch keine Kreditkarte kriegen könnten um in Netz einzukaufen. Dieselben Leute gaben aber auch an CDs zu kaufen, wenn die Preise stimmen. Zum Teil sogar ganze Discographien. Vielfach wird das dann an Konzerten gemacht, da dort der Kontakt zum Künstler direkter ist, die CDs meist relativ günstig und die Künstler kriegen auch noch mehr davon als wenn die CD im Shop gekauft wird.
  • Die meisten Künstler kriegen von einer CD die für 20 Euro verkauft wird weniger als 10% des Verkaufspreises. Schlicht eine Schweinerei.
  • Das Versprechen der Musikindustrie, die Einführung der CD würde die Preise senken war ein leeres Versprechen. In Wirklichkeit wurden die Preise ständig erhöht.
  • Viele nutzen das Internet um ihren musikalischen Horizont zu erweitern. Dazu hören sie sich oft CDs von Bands an, die sie etwas mögen, bis sie über diesen Umweg dann musikalisch verwandte Bands finden, welche sie grossartig finden. Und dann auch die CDs kaufen.
  • Viele erklärten auch, es wäre schön, den Künstlern direkt Geld zukommen zu lassen und sicher zu sein, dass das Geld nicht die unsinnigen Werbekampagnen und Retortenmusiker der Industrie mitfinanziert. Ein ironischer Vorschlag dazu war, der Band eine CD-R und 10 Euro zu schicken. ;)
  • Ausserdem finden einige, dass es keine Rolle spielt ob der Künstler bei einem Majorlabel jetzt -.25 Euro mehr oder weniger kriegt wenn sie die CD kaufen. Bei einer Indieband die dann einige Euro davon sieht hingegen schon.
  • Musik ist kulturelles Gedankengut. Je mehr sie verbreitet wird, desto mehr beinflusst sie andere Musik. Das sollte eigentlich im Interesse der Künstler liegen. Deshalb sollten wir ein System haben, das kreative Leute unterstützt statt sie auszubeuten. Und Retortenkünstler tragen zu diesem Prozess überhaupt nichts bei. Die Majors sollen aufhören Geld dafür zu verbraten und lieber die Kultur fördern.
  • Das Internet macht die ganze Marketingmaschinerie der Musikmultis obsolet. Seiten wie Audioscrobbler, Last.fm, Pandora oder auch Amazons “Leute die das gekauft haben, haben auch … gekauft” sind tausendmal besser und spezifischer als die gigantischen Werbeaktionen der Majors. Die Werbung kommt in Form von Empfehlungen zugeschnitten auf den persönlichen Geschmack und das praktisch ohne Werbekosten. Die Multis und die RIAA wissen das, wollen es aber immer noch nicht zugeben. Irgendwie verständlich wenn man nur noch existiert um die eigene Existenz zu rechtfertigen.
  • Lawrence Lessig beschreibt in Free Culture das Zusammenspiel zwischen Copyright, Technologie und Politik und erklärt wie das Copyright sich anpassen sollte, wenn die Technik rundherum sich ändert. Dazu gibts Beispiele wie sich das dauernd ändert. Er erklärt auch wie obsolete Industriezweige verzweifelt ihren Standpunkt verteidigen und dass es die Aufgabe der Regierung wäre diese durch eine neuere, effizientere Industrie zu ersetzen.

Let the music play

Donnerstag, den 24. Februar 2005

Letztes Jahr boomte die Mundart Sparte in der Deutschschweiz. Letztes Jahr hat auch Warner Music entschieden, dass sie nur noch auf internationale Acts setzen. Und dieses Jahr wundert sich die Musikindustrie mal wieder über ihre Umsatzrückgänge. Das hängt zwar nicht direkt zusammen, aber von schlechtem Management kann ja nichts gutes kommen.

Liebe Plattenfimenbosse: Macht mal eure Hausaufgaben, senkt die verdammt hohen CD Preise, bietet Musik endlich online an, eliminiert die benutzungsgeschützten CDs und fördert endlich wieder richtige Musik/Bands statt gecastete Retortenhorden.

Fördert überhaupt Musik. Nachwuchskünstler. Jeder Fussballverein weiss dass ohne Nachwuchs nichts läuft. Hört auf irgendwelchen grössenwahnsinnigen Acts mehrstellige Millionenbeträge zu bezahlen und setzt etwas auf Diversifizierung. Der Anteil der Covers in der Hitparade hat sich von ca. 6 Prozent zu Beginn der 80er Jahre auf ca. 20 Prozent seit Ende der Neunziger vervielfacht. Es ist Zeit Platz zu machen für kreative Künstler! Weg mit den Billig-Gebraucht-Hit-Recyclern!

Wer soll euch bitte euer liebes Geld einbringen, wenn in 40 Jahren die Stones, U2 und all die anderen grossen, alten Recken tot sind und die Beatles definitiv ausgelutscht sind?

Denkt bitte daran, dass die kaufkräftigste Gruppe nicht die Teenager sind. Und die werden auch mal erwachsen und suchen sich einen richtigen Musikstil. Wenns den dann gibt. Ausserdem kopieren und klauen die wohl am meisten zusammen. Eben weil sie nicht die kaufkräftigste Zielgruppe sind.

Und bitte behandelt eure Kunden nicht wie 15 jährige, für Girl- und Boygroups schwärmende Teenager oder abgrundtief böse Raubkopierer. Wie man in den Wald hineinruft, so schallts zurück. Und euer Ruf ist echt nicht hörenswert.

Rekordlüge

Mittwoch, den 31. März 2004

So eine Schweinerei! Da macht die australische Musikindustrie den höchsten Umsatz ihrer Geschichte (Heise.de: Australische Musikindustrie verbucht Verkaufsrekord) und versucht das tatsächlich zu verschweigen. Weil das nämlich der beste Beweis ist, dass die Tauschbörsen der Musikindustrie keinen so grossen Schaden zufügen wie behauptet. Dafür gibts ganz klare Argumente: die Hauptnutzer von Tauschbörsen sind junge Leute, die sowieso relativ wenig Geld haben. Die kaufkräftigeren Konsumenten sind ältere Generationen. Denen ist ihre Zeit zu wertvoll oder zu teuer, um Tage oder Nächte in den Download einiger Alben, von obskuren Quellen in unbekannter Qualität, zu investieren.

Wenn die Single-Verkäufe zurückgehen, dann liegt das vieleicht daran, dass die Hitparade nur Sample-Brei bietet und Viva, MTV und Konsorten mit Vorliebe rappende Pimps in protzigen Schlitten neben nackigen Mädels zeigen. Niveau in etwa gleich gross wie raubkopierte CDs nach einer Dampfwalzenbehandlung.

Ihr habt’s nicht kapiert Leute! Um die kaufkräftige Kundschaft für euch zu gewinnen solltet ihr vieleicht mehr auf richtige Musik setzen! Wieso waren alle vom Erfolg von Norah Jones so überrascht? Guter Jazz findet Absatz. Das bisschen Promo holt ihr locker wieder rein.

Und gebt es endlich auf die Kunden möglichst schon in jungen Jahren zu umwerben. Glaubt ihr ernsthaft all die Teenies bleiben ein Leben lang Britney Fans? Sobald sich Geld und Hirn einstellen, wechseln sie ihren Stil und das Geld fliesst zu den Independent Labels. Wieso gibts denn wieder soviele von denen? Weil die keine Probleme mit der Kundschaft haben! Qualität ist eben doch ein Killerkriterium.

Etwas mehr Ingenieur Gedankengut würde all diesen BWL-Hengsten sichtlich gut tun. Aber mir kann das ja egal sein. Ich mag Indie Labels.

Liebe Musikindustrie

Montag, den 13. Oktober 2003

Könnt ihr mir nochmals erklären, wieso eine CD so teuer ist, obwohl doch die Künstler höchstens zehn Prozent des Verkaufspreises erhalten? Die Ausrede, dass die meisten CDs ihre Produktionskosten nicht einspielen, lasse ich nicht gelten. Das ist euer Problem, wenn ihr eine Retortengruppe an der anderen kreiert und dann halt nur bei jeder zehnten Erfolg habt. Vieleicht solltet ihr auch aufhören, Millionen für Werbeaktionen zur neusten Britney CD und die Pornos, die ihr Videoclips nennt, auszugeben und stattdessen das produzieren, was der Markt verlangt. Und das sind nicht billige, gesamplete Klassiker. Ein Coverversion hier oder da, na gut, aber einfach alles wieder aufwärmen ist billige Mikrowellen-Taktik.

Auch Verträge wie der von Robbie Williams, die ihm eine neunstellige (!!) Summe einbringen, sind schlicht Blödsinn. Auch ein Zehntel davon würde reichen, um ihm ein angenehmes Leben bis zur Überdosis zu erlauben. Dasselbe gilt übrigens (in noch grösserem Masse) für die Filmindustrie.

Nehmt euch ein Beispiel an Media Markt. Die haben kapiert wie’s geht. Ständig werden CDs zum Schnäppchenpreis von 9.90 angeboten. Und nicht nur Schrott. Auch alte Klassiker. Die letzten paar Male, die ich im Media Markt war, bin ich immer mit so einer CD in der Hand wieder rausgegangen. Obwohl ich eigentlich gar keine kaufen wollte. Aber wer kann schon widerstehen, wenn legendäre Alben wie “Londong Calling” von The Clash oder “Sticky Fingers” von den Stones zu einem fairen Preis angeboten werden. Also: CDs billiger machen, dann werden mehr verkauft!

Ach und übrigens: streicht euch euren Kopierschutz in die Haare. Ich werde nie eine kopiergeschützte CD kaufen! Wieso sollte ich? Als Alternative stehen mir die (onehin billigeren (wieso eigentlich? Das entkräftet euer Argument von den hohen Produktionspreisen!)) LPs, ein Kauf im kopierschutzfreien Ausland oder im Notfall halt der Download zur Auswahl.

Ja, ich lade mir Musik aus dem Netz herunter. Aber a) könnte ich mir niemals alle CDs kaufen, die ich mag (trotz allem gibts noch gute CDs, man muss sie halt einfach suchen), b) hilft mir das beim Kaufentscheid und c) seid ihr wie gesagt selber schuld. Bei fairen Preisen lohnt sich der Download nicht mehr.

So, ich hoffe ihr habt was gelernt. Auch wenn ihr euch noch so Mühe gebt: ihr könnt mir den Spass an der Musik nicht verderben. It’s only Rock’n'Roll but I like it!